Wer braucht eine Zauberschaukel? - Interview mit der Autorin Nikki Celen

Aktualisiert: Mai 4

"Hinter den Wolken" - mit dieser Geschichte hat sich die Wiener Autorin Nikki Celen an unserer Anthologie "Ich Superheld! Das vielfältige Geschichtenbuch" , die im Herbst 2019 erschien, beteiligt. Es ist eine Geschichte von drei Mädchen und ihren Träumen, eine Geschichte, die berührt und bewusst macht, dass auch Erwachsene viel häufiger schaukeln sollten :-).

Im vierten Teil unserer Interview-Serie erfahren Sie mehr von Nikki Celen.


Wann haben Sie begonnen zu schreiben und wie kam es dazu?

Als ich in der Volksschule zum ersten Mal eine Füllfeder in der Hand halten durfte, war das ein großer Moment für mich. Aus der Füllfeder wurde ein Kugelschreiber und der wurde abgelöst von meiner ersten Tastatur, die so laut klackerte wie eine Nähmaschine. Die Tastatur wurde durch eine leisere ersetzt, doch die Schreiblust blieb unverändert.



Wo und in welcher Atmosphäre schreiben Sie am liebsten?

An meinem Schreibtisch vor dem Computer. Kopfhörer auf, Musik an und Finger los! Für einzelne Szenen habe ich einen eigenen Soundtrack, um mich auf die jeweilige Stimmung einzulassen. Als ich über die Zauberschaukel schrieb, lief ruhige Musik im Hintergrund, um meiner Fantasie freien Lauf zu lassen.



Was hat Sie zu Ihrer Geschichte inspiriert?

Die Zauberschaukel gibt es wirklich. ;-) Das erste Mal begegnete sie mir in der Volksschule.

Ich war sofort begeistert davon, dass mich die Schaukel an jeden Ort brachte, an den

ich mich wünschte. Im Erwachsenenalter kann es passieren, dass wir das Schaukeln

verlernen, doch das heißt nicht, dass es nicht irgendwo dort draußen eine Schaukel

gibt, die auf uns wartet.


Was bedeutet für Sie „Vielfalt“?

Vielfalt entsteht, wenn man von der Illusion des einen richtigen Lebensentwurfs Abstand nimmt und alle Menschen mit ihren Stärken und Schwächen akzeptiert. Literatur ist ein wichtiges Werkzeug, um Vielfalt sichtbar zu machen und willkommen zu heißen. Es gibt nicht die eine richtige Art zu leben. Was es gibt, ist respektvoller Umgang miteinander, der die Voraussetzung für ein friedvolles und glückliches Zusammenleben ist.



An welchem Projekt schreiben Sie zur Zeit?

Momentan sitze ich an meinem Romandebüt, das Ende 2020 erscheinen wird. Es handelt sich um den ersten Band einer Fantasy-Serie für Jugendliche. Die Reise von Amanda und ihren Freund*innen beginnt in Wien und führt sie in ferne Welten. Der Umgang mit Vielfalt spielt eine zentrale Rolle. Alle Freund*innen

haben ihre ganz individuellen Stärken, zu denen sie erst Vertrauen fassen müssen, um vermeintliche Unterschiede zu überbrücken und Frieden zu erreichen.


Wenn Sie eine Figur aus einem Kinderbuch treffen könnten, welche wäre es und warum?

Ich hoffe, es ist okay, wenn ich mich an dieser Stelle für Sailor Moon entscheide.

;-) Sailor Moon ist die Titelheldin einer Manga- und Anime-Serie. Es gibt auch zahlreiche Bücher, die von ihren Abenteuern erzählen. Ihre Aufgabe ist es, gemeinsam mit ihren Freund*innen

das Böse zu besiegen. Wenn sie nicht gerade Bösewichte bekämpft, sitzt sie als Usagi

Tsukino in der Schule oder hat Spaß mit ihren Freund*innen. Mit anderen Worten,

jemand wie Sie oder ich es einmal war und wie wir es unseren Kindern wünschen.

Wenn es mehr Menschen gäbe, die sich wie Sailor Moon für Schwächere starkmachen,

wäre die Welt ein besserer Ort, an dem jeder Mensch Platz hat, um seine eigene

Zauberschaukel aufzustellen oder aber diese gar nicht mehr braucht, weil er genau

das Leben lebt, das er sich erträumt. ;-)


Vielen Dank!



Ich Superheld! Das vielfältige Geschichtenbuch

ISBN-13: 978-3981996395

9,80 EUR

Cover und Zeichnungen von Flora C. Maaß



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